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SV Wehen (0) – TuS Koblenz (2) 13.Spieltag 07/08 8.400 Zuschauer, Brita-Arena

Bei dem Namen SV Wehen, freute ich mich bis jetzt jedes Mal auf eine besinnliche Fahrt ins Grüne. Über Hügel, Wälder und schier endlose Landstraßen gelangte man irgendwann zum kleinen urigen Ort Wehen - Taunusstein, der einen schon ein wenige an Kaiserslautern erinnern ließ, und in dem das kleine, nette Stadion schon fast eine Attraktion darstellte. Doch diese Zeiten sind vorbei und dieses Jahr sollte alles anders sein... Denn der SV Wehen Taunusstein spielt nicht mehr in der 3.Liga und ist ab jetzt als SV Wehen-Wiesbaden in den Listen aufgeführt. Wehen und Wiesbaden? Wie passt das denn zusammen? Das Dorf und die hessische Landeshauptstadt trennen doch eigentlich 11 Kilometer? Wie geht denn das? Ganz einfach – Vetterchen „Moderner Fußball“ hatte mal wieder seine Finger im Spiel und setzte das Geschäft mal wieder vor den Erhalt der Tradition. Um mehr Einnahmen erzielen zu können, wurden die beiden Vereine einfach zusammengelegt... Leider findet so ein Verein auch noch Zustimmung bei der breiten Masse und so pilgern Woche für Woche dumme Affen in die BRITA-Arena um diesem Kommerzclub ohne Tradition nachzulaufen. Lächerlich, aber leider Realität.

Nun ja, einen Vorteil hatte das ganze dann doch, denn zur neuen Spielstätte konnte man gediegen mit der Bahn anreisen. Da man Wert auf Flaschenbier und andere Kaltgetränke legte, umging man die Schikanen die dem gemeinen Fußballfan aufgezwungen wurden und fuhr mit der öffentlichen Bahn. Obwohl nur zwei Zivil-Beamte an Bord waren, gab es keinerlei Beanstandungen bezüglich Randale oder Sachbeschädigung. Lediglich die Schaffnerin schien wohl noch etwas von dem Tarifkonflikt und ihrer unregelmäßigen Arbeitszeiten geknickt zu sein und stellte sich ab und zu mal quer, doch für jedes Problem gibt es bekanntlich eine (verbale) Lösung.

So trudelte man irgendwann am Wiesbadener HBF ein, um sich sogleich im kleinen Cortego auf den Weg in Richtung Stadion zu machen. Man konnte auf dem Fußmarsch etliche Kunstwerke der Ultras Frankfurt bestaunen, ein Zeichen dafür, dass sich wenigstens die Kommerz-Fans aus Wiesbaden noch nicht so wie ihr Verein in der Szene breitgemacht haben.

Nach nicht allzu langer Zeit war man schon am Stadion angekommen und machte es sich sogleich im Gästeblock gemütlich. Leider war es sehr eng und die zwei Blöcke unnötig voneinander abgetrennt, sodass sich Fan nicht wirklich frei bewegen konnte und der Supporterkern auch nie wirklich zusammenfand.

Nachdem dann auch das Stadion ein wenig mit den heimischen Acesoires aufgebessert und die Zaunfahnen gehisst waren konnte es dann auch endlich losgehen. Sowohl auf dem Platz als auch auf den Rängen waren die Schängel tonangebend, doch leider musste man feststellen, dass es viel zu viele (singende) Anhänger für einen solch abartigen Verein wie den SV Wehen - Wiesbaden gibt. Dieses unwissende, stupide Iventpublikum hat mit Fußball nichts mehr zu tun. Läuft es, klatschen alle mit, spielt die Mannschaft jedoch mal nicht zügig genug nach vorne oder liegt sogar zurück, bekommt man Pfiffe zu hören. Dieser Trostlose Verein hat rein gar nichts mit Vereinsliebe und Tradition zu tun. Bah Pfui!

Als nächstes sollte allerdings die Koblenzer Fanschar für Aufregung sorgen: Mit einigen Bengalen und Rauch wollte manch einer italienisch-südamerikanische Stimmung im Stadion aufkommen lassen. Jedoch wurden bei dieser Aktion wohl einige Leute verletzt und so stattete Team Green dem Blau-Schwarzen Anhang einen kleinen Besuch ab. Zunächst blieb das ganze ohne Folgen, jedoch wurden in der Pause zunächst ca. 2 Dutzend Koblenzer festgehalten und die Personalien aufgenommen, 3 Personen wurden sogar in Gewahrsam genommen. Dass diese Personen keinerlei Einfluss auf diese Pyroeinlage hatten war den Grünen egal. „Man hat dich beim Zündeln beobachtet“ bekam manch einer solche Lügen an den Kopf geschmissen, obwohl er mehrere Meter abseits des Geschehens stand und höchstens per Fernzünder hätte die Pyrotechnik anzünden können. Willkür olé!

Wenigstens siegte auf dem Platz der richtige und so sahnte man bei den Kommerzbauern aus dem Taunus, oder sollte ich besser sagen bei den Großstädtern ohne Identität, die 3 Punkte ab.

Zusammen wartete man noch stundenlang auf die willkürlich Festgesetzten im Wiesbadener Bahnhof. Nach einer halben Ewigkeit waren die 3 auch wieder auf freiem Fuß und man konnte die Heimreise antreten. Aufgrund der unnötigen und ungerechtfertigten Festsetzung verlief die Rückfahrt doppelt so lange wie geplant, da man keine direkt Verbindung mehr nach Koblenz ausmachen konnte. Man kam dann irgendwann nachts in Koblenz an, mit viel Müdigkeit im Gepäck und Anzeigen wegen schwerer Körperverletzung und Verstößen gegen das SprengstoffG.

Bis zum heutigen Tage wurden keine Täter identifiziert, dennoch bekamen alle 3 festgesetzten Personen nach wenigen Tagen Post aus Wiesbaden mit der Verkündung eines 3 ½-jährigen Stadionverbotes. Dass diese Personen überhaupt keinen Einfluss auf die Zündeleien hatten ist der Polizei und dem SV Wehen wohl egal. Obwohl es keine Täter gibt, werden willkürlich Stadionverbote ausgesprochen. Dass den Verurteilten ein wichtiger Teil ihres Lebens unberechtigt aus dem Herzen gerissen wird ist der Staatsmacht egal. Nun ist auch die Koblenzer Fanszene im Zeitalter der Willkürlichen Stadionverbote angelangt, wo über Fans gerichtet wird wie über Sklaven zu Kolonialzeiten. Traurig aber wahr...

 

Bilder/Video: http://infernokoblenz.net/fotos/0708/14.htm

11.12.07 17:49
 


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