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FC Carl-Zeiss Jena (1) – TuS Koblenz (2) 5.Spieltag 07/08 (14.09.09) 8.250 Zuschauer. Ernst-Abbe-Spo

Dank der DFL durfte man sich wieder einmal ein paar Fehlstunden in der Schule einhandeln oder unnötigen Urlaub holen, um die lange Reise in den östlichen Teil Deutschlands mit bestreiten zu können. Denn die ca. 360km fährt man nicht gerade einmal in ein bis zwei Stunden in die Thüringer Ost-‚Metropole’. So startete man die Tour mit etwas Argwohn, der nach den ersten Kilometern und auch Litern Flüssigkeit aber schnell verflogen war... So düste der nicht ganz volle IK - Tourbus quer durch Deutschland und so manch einer erlebte heute seine erste Kaffeefahrt ins Nachbarland. Der Anblick bestätigte die Vorurteile, denn außer Landstraße und Plattenbauten bekam man nicht viel Geboten. Auch als man ins Saale - Tal eintauchte, ein unverändertes Panorama: Plattenbau gereiht an Plattenbau. Nunja wem es gefällt...

Man erreichte das Ernst-Abbe-Sportfeld gut eine Stunde vor Spielbeginn, eine der letzten idyllischen Spielstätten neben den ganzen Beton-Kommerz-Arenen in Liga 1 und 2. Allein der Anblick der überdimensional groß gestalteten Flutlichtmasten war sehr eindrucksvoll und so genoss man den Blick ins weite Rund von der Gästetribüne aus; oder man verbrachte die sinnlose Zeit mit dem Verkleben von ein paar Aufklebern. Das jedoch passte den heute mal wieder top-motivierten Ordnungskräften überhaupt nicht und so wurden 2 Mitglieder unserer Gruppe erst einmal aus dem Block gezogen und zu gründlicheren Durchsuchungen genötigt. Der Sinn dieser Aktion ist mir immer noch sehr schleierhaft, denn in jedem Stadion Deutschlands, wenn nicht sogar der Welt, ist dieses Prozedere gang und gäbe und so toll ist euer Stadion nun auch wieder nicht, dass es unter Denkmalschutz gestellt werden müsste. Man lies sich jedenfalls nicht von solchen Schikanen unterkriegen und so machte man sich langsam aber sicher auf den Support und ein spannendes Spiel bereit. Man musste nicht sehr lange warten, da zappelte der Ball schon das erste Mal im Netz. Die mitgereisten 100 Schängel wussten sich zu amüsieren und nach einem kleineren Dämpfer, Carl-Zeiss erzielte das zwischenzeitliche 1:1, durfte man kurz vor der Pause einen weiteren Treffer unserer Elf bejubeln. Doch die Pause sollte unter keinem guten Zeichen stehen: Um die Zeit herumzukriegen fand man eine sinnvolle Beschäftigung im Dekorieren des Zaunes. Doch die Ordner machten ein zweites Mal ernst und zogen eine Person unseres Dunstkreises aus dem Verkehr. Als man den betroffenen zur Extrakontrolle begleiten wollte, sollen die sowieso schon gereizten Polizisten einen ‚Mitläufer’ verbal angegangen haben, der sich darauf ebenso verbal zur Wehr gesetzt haben soll. Auch dieses Mitglied musste das Stadion mit Anzeige verlassen. Um sich weiteren Schikanen zu entziehen beschloss die gesamte Gruppe samt Banner das Stadion zu verlassen. Doch auch gegen dieses Vorhaben hatten die Ordnungshüter Einwände und verweigerten uns die Tribüne in Richtung Busparkplatz zu verlassen. Kurzerhand durchbrach man die 5-Personen Sperre und gesellte sich zu den Ausgesperrten (auch ein Mitglied unserer Sektion Stadionverbot hatte sich mit auf die weite Reise gemacht). Doch dieser Gruppengedanke gefiel den sogenannten „Ordnungs“hütern wohl auch nicht und so steuerte eine kleine Gruppe voll gepanzerter Männchen mit geschwungenem Gummiknüppel auf uns zu. Die Kollegen der Staatsmacht wurden mit einem lauten „Fußballfans sind keine Verbrecher“ empfangen und angeblich noch mit einigen anderen netten Floskeln aus dem Volksmund und so strebten sie es an, eine Person aus dem Kreis der Gruppe herauszuziehen. Doch man verwehrte den Beamten den Zutritt und versuchte das Mitglied zu halten, doch gegen die Knüppel der feigen Sheriffs hatte man wenig entgegen zusetzten. So folgte Anzeige Nummer zwei und auch die dritte und vierte war im Anschluss nur noch Routine Angelegenheit. In unseren Augen war diese Aktion wieder einmal ein Indiz dafür, dass die Beamten eine Daseinsberechtigung suchen und Streit anzetteln, wo eigentlich gar keiner nötig ist, um Ihre Stelle zu rechtfertigen. Vielleicht sollte man die paar Mark Aufbauhilfe sinnvoll verwenden und Arbeitsplätze sichern und schaffen, dann könnte Fußballfan im Osten auch mal wieder in Seelenruhe zum Fußball anreisen.
Die Rückfahrt verlief den Ereignissen entsprechend mit äußerst gedämpfter Stimmung und so war man froh, als man endlich wieder drüben im Heimatland ankam.

 

Bilder: http://infernokoblenz.net/fotos/0708/5.htm

25.9.07 19:20
 


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